… wie man Verfolgungsjagden inszeniert.
Pferderutschen. Uh-huh.
Jetzt auch in 3D
… wie man Verfolgungsjagden inszeniert.
Pferderutschen. Uh-huh.
Wer hin und wieder auf Amazon virtuell einkaufen geht, dem werden vermutlich auch sehr merkwürdige Abstrusitäten ins Auge springen. Eines dieser eher ungewöhnlichen Artikel hat mich aber in ein lautes, schallendes Lachen versetzt.
Gefriertrocknung ist etwas feines. Nun können sich demnächst auch die Astronauten ihrer Lieblingsspeise widmen. Jetzt fehlen nur noch die Kundenempfehlung …
“Kunden die diesen Artikel kauften, kauften auch: Fackelmann Zahnstocher 100er-Pack – Lufthansa Sicherheits-Kotztüten – Das lustige Taschenbuch Episode 1″
Hier ist nun mein zweiter Artikel, welchen ich im September angekündigt habe. Ich hatte eigentlich ein anderes Thema geplant, welches ich zwischenzeitlich wieder verworfen habe, da es mir nicht so richtig gefiel. Daher auch diese Verzögerung. Nun denn, viel Spaß beim Lesen.
Ein weiteres Mal wurden wir als Schüler zur Kasse gebeten. Wieder einmal sollten 10 Euro pro Familie abgedrückt werden. „Monatsmark“ nennt sich das ganze. Mit der schönen Umschreibung, die Schule habe kein Geld. Mich wundert nun folgendes: 1. Wieso bin ich als Schüler dazu verpflichtet, 10 Euro zu bezahlen, 2. warum hat diese Schule kein Geld und 3. ließe sich das Geld nicht besser nutzen?
Fangen wir beim ersten Punkt an. In Deutschland gilt allgemeine Schulpflicht. Wir als Schüler sind demnach verpflichtet, eine Bildungsanstalt zu besuchen (meistens gegen unseren Willen). Der Staat gibt dieser Schule ein Budget zur Verfügung, mit dem sie jegliches Tun finanzieren muss. Mit diesem Geld sollte die Schule dann auch gut über die Runden kommen. Offenbar war das dank aller Sparmaßnahmen, welche die Schule immer vorantreibt, nicht der Fall. Die Konsequenz ist nun, dass jeder Schüler das geforderte Geld zu zahlen hat. Was, wenn ich das nicht tun würde? Suspension oder droht gar der Rauswurf? Wegen lächerlichen 10 Euro? … Ohne das weiter zu hinterfragen drückt man dem Lehrer den Schein in die Hand, damit hat sich die Sache für uns erledigt. Ich kann mich jedoch nicht erinnern, irgendwo unterschrieben zu haben, dass ich verpflichtet bin, gelegentlich diese Summe zu bezahlen. Aber was passiert nun mit dem Geld?
Damit kommen wir zu Punkt 2. Das Geld soll also den Schülern zu Gute kommen. Schade, dass man als solcher nur wenig von diesen Veränderungen zu Spüren bekommt. Eventuell sind diese aber auch so gut versteckt, dass man sie gar nicht zu Gesicht bekommt. Wer sich hin und wieder im überdachten Pausenbereich aufhält, dem werden vielleicht die Heizstrahler auffallen, die an den Säulen, knapp unter der Decke angebracht sind. Was bringen einem diese auf dem zu manch Tagen sehr kalten Ort, wenn sie nicht einmal eingeschaltet sind? Ein Überbleibsel aus gescheiterten Versuchen, eine Kantine zu errichten. Und dennoch bleibt die Fehlinvestition da hängen, die geldfressenden, oftmals nicht ganz billigen Heizstrahler. Das und noch mehr solcher Absurditäten kann man sicherlich überall in der ganzen Schule finden (Hallooo Flachbildschirmfernseher!). Ich für meinen Teil zahle nur ungern Geld, von dem ich nicht weiß, wo es landet. Ganz sicher finanziere ich nicht neues Mobiliar für das Lehrerzimmer mit. Und wenn doch, zähle ich die Tage, bis ich demnächst sehen kann, das wenn ein Lehrer aus dem Lehrerzimmer kommt und ich noch im Blickwinkel sehe, wie mich nur eine Tür zwischen dem kalten staubigen Korridor von den mit Marmorböden und Leder-Lounge geschmückten Raum trennt.
Meine etwas dramatische Anschauung bringt uns zu Punkt 3. Was wäre sinnvoller, als unser Geld zu verheizen? Und vor allem, um wie viel handelt es sich eigentlich? Letzteres zu beantworten gestaltet sich natürlich etwas schwieriger. Man müsste hierbei schätzen. Über Pi mal Daumen könnte man sicherlich mit 500-600 Familien rechnen, wenn man bedenkt, dass unsere Schule etwa 1100 Schüler besuchen. Unter der Vorraussetzung, jede Familie hat zwei Kinder, kommt man mit meiner Schätzung sicherlich ganz gut hin. Damit bekäme die Schule 5000-6000 Euro mehr an Budget zur Verfügung. Das reicht bestimmt für einige Quadratmeter Marmorboden. Wäre das eine sinnvolle Nutzung? Wohl eher nicht. Was dann?
Wir erinnern uns, die letzte „Quo Vadis?“ erschien aus finanziellen Nöten komplett Schwarz-Weiss gedruckt, weil sich niemand bereit erklärte, die Kosten des Druckens zu übernehmen. Eine Schülerzeitung, die nicht einmal von der Schule selbst finanziert wird … das ist schon nicht mehr wirklich witzig. Dabei kommen die Druckkosten laut Herr Simon „nur“ auf rund 1000-1500€. Womit ich auf meine Milchmädchenrechnung von eben zurück komme. Bei einmal Einsammeln der „Monatsmark“ könnte die Zeitung vierteljährlich erscheinen und hätte trotzdem ausgesorgt.
Ich mache mit der Zeitung lediglich ein Beispiel. Es gibt bestimmt mehrere Dinge, wo das Geld nötiger ist, als ein Flachbildschirm, der gerne mal ignoriert wird.
Damit käme ich wieder auf die 10 Euro, bzw. die „Monatsmark“, zurück. Wenn diese nochmals eingetrieben werden, denkt darüber nach, was damit angestellt wird und was damit angestellt werden könnte. Es ist es nicht wert, Geld blind zu bezahlen, wenn dafür keine entsprechende Gegenleistung erwartet werden kann. Verpflichtet sind wir, auf einer staatlich finanzierten Schule, sowieso nicht. Dann lieber das Zahlen verweigern, als eine weitere, sinnlose Anschaffung zu unterstützen.
Dennis Meschke
Und das auch mit guten Recht. Angesichts des Bildungsgipfel am 22.10. und seiner enttäuschenden Ergebnisse haben sich Schüler in ganz Deutschland dazu versammelt, am kommendem Mittwoch, den 12.11., den Unterricht zu streichen und öffentlich gegen das Versagen der Politiker in unserem Bildungssystem zu demonstrieren.
Wer mehr darüber lesen will, findet hier mehr dazu.
Die Gründe der Politiker seien offensichtlich: Das Gelde fehle an allen Ecken und Enden. Nach einigen Meinungen sollen Mädchen und Jungen wieder getrennt lernen. Um dem und noch einigen Problem zuvor zu kommen, wird zur Demonstration aufgerufen. Hoffen wir auf rege Teilnahme.
Curry aber auch.
Danke an Heiko, dass er nicht direkt ausgemacht hat!
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