Und es gibt sie doch noch! Die dummen Menschen am Telefon. Seit den Neunzigern, den Anf?ngen allen Internets, bricht die verbale Kommunikation immer weiter zusammen. Zu recht, wie ich finde. Jedenfalls rief mich gerade eben schon der zweite Depp an, der nicht mich, sondern einer meiner Eltern sprechen wollte. Der kleine … hm, Telefonmann, wie ich ihn nennen werde, wollte meinen Vater sprechen. Er weiste sich als Telefonmann der SKL aus. Noch bevor ich aber in irgendeiner Weise ansetzen konnte, dass ich NICHT mein Vater bin, wurde ich schon zugequasselt mit den Gewinnchancen, die ich (mein Vater) hätte, wenn ich (mein Vater) da mitmachen würde. Es wäre eine Art Jubiläumsauslosung und wir (mein Vater) wären der einzige Anschluss in der gesammten Stadt Remscheid, die dort mitmachen dürften. Insgesamt, so der Telefonmann, dürften nur zwei Millionen Menschen bei dieser Lotterie teilnehmen – was ja totaler Nonsense ist, da bei der SKL jeder, der dumm genug ist, das zu tun, mitmachen darf. Aber wie auch immer … Jedenfalls redete er auf mich ohne Punkt und Komma in einer solchen Geschwindigkeit ein, dass sein Gerede in das eine Ohr rein und in das andere rauskam. Er wollte mich (meinen Vater) mit “Kontrollanrufen” belästigen, falls wir wirklich etwas gewinnen sollten (was ich ja bezweifle). Um uns aber auch noch ausspionieren zu wollen, fragte er mich nach meinem Namen (dem meines Vaters). Ich antwortete ihm wahrheitsgemäß, obwohl ich, wie die Überschrift ja schon sagt, NICHT mein Vater bin. Hinzu kamen noch Fragen nach unserer Adresse und, kein Witz, Telefon-Nummer … bis ihm, als ich ansetzen wollte, selbst eingefallen ist, dass er sie ja doch bereits hat. Hach ja, wie schlau … Aber der Knüller kommt, ich zitiere: “Ich höre ja zwar, dass Sie bereits Volljährig sind (Woher? Bis dahin habe ich kaum etwas gesagt. Ich durfte ja auch nicht …), aber ich bräuchte trotzdem noch Ihr Geburtsdatum.” Da ich es 1. nicht wusste und 2. den armen Telefonmann nicht enttäuschen wollte, habe ich ihn darauf aufmerksam gemacht, dass ich NICHT mein Vater bin. Es gab erst ein kurzes Schweigen, während ich immer weiter grinsen musste. Völlig aus dem Konzept gebracht, fragte er mich nach meinem Namen (nicht den meins Vaters) und wie alt ich denn sei (nicht mein Vater). Schwer enttäuscht darüber, dass der “Herr Meschke” nicht am Apparat ist, beendete er ganz kurzfristig und in solch langsamen Worten das Gespräch, dass ich mir nach Auflegen erstmal einen ablachen musste. Hach ja, verbale Kommunikation kann doch so lustig sein. Und die SKL. Und Telefone …