Ich glaube, justin.tv hat etwas dagegen, wenn ich mich dort anmelde. Anders kann ich mir diesen Captcha nicht erklären.
Jetzt auch in 3D
Ich glaube, justin.tv hat etwas dagegen, wenn ich mich dort anmelde. Anders kann ich mir diesen Captcha nicht erklären.
Ich begrüße euch mal wieder zu einem kleinen Fund, auf das ich kürzlich auf Amazon gestoßen bin. Es geht um diese DVD mit dem schönen Titel Waschmaschinen-Impressionen.
Wer also die ewig gleichen Kaminfeuer, Aquarien oder sonstige Bildschirmschoner für den heimischen Fernseher satt hat, kann sich endlich an etwas völlig neuem erfreuen: Waschmaschinen. In drei stilvollen Waschgängen, abgestimmtem Waschmittel und perfekt harmonierender Farbwahl der Waschstücke ist diese DVD ein Genuss zum Abschalten vom stressigen Alltag. Für schläppische 4,99€ ist es ein Verbrechen, sie nicht in der heimischen Sammlung aufzunehmen. Zur Erweiterung dieses Entspannungspaket darf man sich auch in Kürze auf den Nachfolger, Trocknerimpressionen, freuen. Also, liebe Freunde, schnell bestellen!
PS: Unbedingt auch die Rezensionen des Artikels lesen. Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber mich stärken diese durchweg positiven Kritiken nur beim Kauf. Doch wie überall auch gibt es schwarze Schafe. “Kein 3D”, jammert eine Person. Pah. Manchen kann man es einfach nicht Recht machen …
Es ist nun mehr als drei Jahre her, seitdem ich mir eine virtuelle Existenz aufgebaut habe. Früher dachte ich immer, dass die Idee hinter dem Prinzip großartig ist. Mit seinen Freunden in Kontakt bleiben, Nachrichten schreiben, Interessensgruppen beitreten. Es erschien mir eine tolle Sache zu sein, selbst mit Mitmenschen, die nicht in unmittelbarer Nähe wohnen oder jene, die man nur flüchtig kennt, besser Kontakt halten zu können. Natürlich, ich rede von sozialen Netzwerken. Facebook, MeinVZ, Lokalisten, wie auch immer sie alle heißen mögen. Ich war voll dabei und habe alle Möglichkeiten, die sie mir boten, genutzt. Ich trat Gruppen bei, habe Fotos veröffentlicht und mein Profil bis auf die Buchstabengrenze ausgereizt, in der Hoffnung, dass es die Leute interessiert, was ich dort veröffentlicht habe. Natürlich, schließlich las ich auch anderer Leute Profile, warum sollte es nicht auch anders herum so sein?
Mein Fazit nach den drei Jahren: Ich lag im Unrecht.
Eigentlich ist es doch absolut logisch. Im richtigen Leben sind die Menschen um mich herum auch so schon unausstehlich, oberflächlich, arrogant. Was auch immer mich damals vermuten ließ, dass dies in einer virtuellen Umgebung anders sei, ich weiß es nicht. Ich harke es unter dem Punkt „jugendliche Naivität“ ab. Es ist, als hätte ich dieser Gesellschaft ins Gesicht geblickt und ihr wahres Ich darin entdeckt. Ich sah die Menschheit in all ihrem Versagen, in ihrer Abscheulichkeit, in ihrer Dummheit, in ihrem Schrei nach Aufmerksamkeit und Akzeptanz. Und ich genau mittendrin. Alles, was dort gemacht wurde, wurde im Mantel des „In Kontakt Bleiben“ verdeckt, damit man auch schwarz auf weiß lesen kann, dass man wirklich befreundet ist. Was ist das für eine perverse Welt, in welcher man seine Freundschaft mit der besoffenen Schlampe auf der letzten Feier durch einen Klick auf einen Button bestätigt? Das Wort und die Bedeutung, die auf dem Begriff „Freundschaft“ ruht, sind viel zu wundervoll, um ihn für so etwas zu missbrauchen. Ich möchte nicht mit Menschen befreundet sind, denen es völlig egal ist, ob ich gute Laune habe oder gerade beim Kotzen krepiert bin.
Doch das ist vielen völlig egal. Das Verlangen danach, Freunde um sich zu scharen, ist zu einer kranken Sportart geworden, deren Beteiligten sich Blindwegs durch Profile fremder Leute fressen, um die schön völlig aus den Nähten platzende Liste aller Freunde noch weiter vollzustopfen. Mir erschließt sich der Sinn nicht, warum man sowas tun sollte, aber ich kann mit Sicherheit sagen, dass jene Leute mit hoher Wahrscheinlichkeit unter gar keinen Umständen mal alleine sterben werden. Wie denn auch, bei 500 Freunden? Da könnte man sich glatt schäbig vorkommen, wenn man lediglich wenige 60 vorweisen kann. Mit Betonung auf „könnte“. Mit den wenigen, die mich tatsächlich leiden können, halte ich außerhalb dieser Plattformen Kontakt. Den Rest kann ich weder leiden, noch habe ich das Verlangen, sie auch tatsächlich näher kennen zu lernen.
Ich fasse einen Entschluss: Ich werde virtuellen Suizid begehen und niemand wird mich daran hindern. Eigentlich hätte ich das schon längst machen sollen. Offenbar hielt mich etwas zurück. Vielleicht die Möglichkeit, ungeniert meinem Voyeurismus zu frönen? Oder letzten Endes die eine Gruppe, die ich mal gründete und dementsprechend verwalten musste? Schwer zu sagen. Sicher bin ich mir nur einer Sache: Ich werde weg sein und niemand wird sich daran stören.
Mein Abschiedsbrief, sofern man das überhaupt so nennen kann, welchen ich in angesprochener Gruppe veröffentliche, lautet wie folgt:
Liebe Gruppe, liebe Moderatoren, Spammer, Nervensägen, Leute die sich als Pro-Gamer bezeichnen und andere etwaige Trottel,
Ich mache meine Botschaft möglichst kurz und schmerzlos:
Auf freiwilliger Basis werde ich mein Profil im SchülerVZ löschen. Ich möchte meinen Abgang hiermit offiziell verkünden, damit sich von den wenigen, die das interessiert, niemand wundert, weswegen die Gruppe plötzlich ohne ihren Gruppengründer dar steht. Meine Gründe, warum ich diesen Schritt wage, sind relativ simpel: Ich mochte soziale Netzwerke noch nie. Nie war ich ein Anhänger von ausgereizten Beschreibungen, peinlichen Kotzfotos der letzten Feier und noch weniger von pseudo-intellektuellen Gruppen. Und außerdem fühle ich mich ehrlich gesagt langsam zu alt, um diesen Quatsch noch weiter mitzumachen. Ich kann nicht verlangen, dass ihr meine Gründe nachvollzieht (was implizieren würde, dass mir die Meinung anderer Leute wichtig ist, aber darum geht es ja eh nicht!), hoffe aber dennoch, dass ihr das akzeptiert.
Ich möchte mich vor allem bei meinem Moderatorenteam bedanken, namentlich genannt Fabian, Bugra und Nathan. Ihr seid eine große Unterstützung im Kampf gegen die Idiotie gewesen, welche sich oftmals durch die Gruppe zog und ich hatte große Freude und Spaß daran, mit euch zu arbeiten und zu lachen.
Wer meinen Platz einnehmen wird, kann ich noch nicht offiziell sagen, diesbezüglich habe ich mir keine Gedanken gemacht. Ich werde euch aber noch Bescheid sagen.
Mein Entschluss steht fest, in den nächsten Tagen werde ich virtuellen Suizid begehen.
Vielen Dank fürs Lesen.
Nicht gerade ein Abschiedsbrief, wie man sich ihn vorstellt, aber ausreichend für meine Beweggründe und einen so lächerlichen Akt, den ich damit zelebriere.
Das einzige, was ich noch machen werde, ist das Abspeichern für mich wichtiger Nachrichten und Kommentare, damit mich wirklich nichts mehr hält, diese Plattform nochmal eines Tages zu nutzen.
Es ist Samstag, der 26. November 2010. Ich werde gehen und nie wieder kommen. Heute habe ich mich selbst umgebracht.
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